Impfung und Risikogruppen

Aktuell gelten in der Schweiz ältere Personen, schwangere Frauen und Personen mit gewissen chronischen Krankheiten als besonders gefährdete Personen und können sicher prioritär impfen lassen. Seit Mitte März gehören auch Menschen mit Trisomie 21 dazu.

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    Wo können Sie sich impfen lassen?

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Mehrere Impfdosen gegen COVID-19 nebeneinander aufgereiht.
Personen mit Trisomie 21 können sich prioritär impfen lassen.

Gehören Sie zur Risikogruppe?

Seit Mitte März gelten auch Menschen mit Trisomie 21 als besonders gefährdete Personen und können sich nach den Personen über 65 Jahren prioritär für eine Impfung anmelden. Damit reagiert der Bund auf eine Forderung von insieme Schweiz, welche eine Anpassung der Gruppe der besonders gefährdeten Personen gefordert hat.

Denn es deuten mehrere Studien darauf hin, dass auch Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung zu den besonders gefährdeten Personen gehören könnten:

  • Diese Studie aus England zeigt ein erhöhtes Risiko für Menschen mit Down Syndrom ab 40 Jahren.
    Weitere Informationen (englisch)
  • Die französische Studie, die am 9. Februar 2021 von EPI-PHARE veröffentlicht wurde, zeigt, dass das Alter der Hauptfaktor eines erhöhten Risikos ist, aber das neben Menschen mit Trisomie 21 auch Personen mit einer anderen kognitiven Beeinträchtigung ein (stark) erhöhtes Risiko haben, aufgrund einer COVIE-Erkrankung hospitalisiert zu werden oder zu sterben
    Weitere Informationen (französisch)

insieme begrüsst den Entscheid, Menschen mit Trisomie 21 auf die Liste der besonders gefährdeten Personen zu nehmen. Das geschah in einige Länder wie Großbritannien und Frankreich bereits früher. insieme setzt sich weiterhin ein, dass sich alle Personen mit einer kognitiven Beeinträchtigung so schnell wie möglich impfen lassen können.

Von Person zu Person unterschiedlich

Trotz den Resultaten insbesondere der französischen Studie kann keine generelle Aussage über die Gefährdung einer einzelnen Person gemacht werden. Viele Faktoren müssen berücksichtigt werden, wie die Art der Behinderung, das Alter der Person, ihre Krankengeschichte und mögliche Erkrankungen. Bei Zweifeln an der Situation der Person oder eines Angehörigen ist der beste Ansprechpartner der behandelnde Arzt. Bei der Entscheidung über Schutzmaßnahmen müssen auch die gesundheitlichen Risiken einer zu starken Isolierung berücksichtigt werden.

Prioritäten bei der Impfung

Der Bund hat Zielgruppen von Erwachsenen festgelegt, die vorrangig geimpft werden können, und zwar in folgender Reihenfolge:

  • Zielgruppe 1: Gefährdete Personen inklusive Personen mit Trisomie 21
  • Zielgruppe 2: Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt und Betreuungspersonal, von besonders gefährdeten Personen, dazu gehören Assistenzpersonen (IV-Assistenzbeitrag)
  • Zielgruppe 3: Enge Kontakte (Haushaltsmitglieder, betreuende Angehörige) von besonders gefährdeten Personen
  • Zielgruppe 4: Personen in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko (z. B. Einrichtungen für Menschen mit Behinderung).

Weitere Informationen

So meldet man sich zum Impfen an

Das Anmeldeverfahren ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Auf der folgenden Seite finden Sie alle kantonalen Seiten zum Impfverfahren: «Wann kann ich mich impfen lassen»
Aktuell kontaktieren viele Institutionen ihre Klienten und fragen nach, ob sie geimpft werden möchten. Bitte beachten Sie, dass Personen, die zur Gruppe 1 gehören und in einer Einrichtung leben oder arbeiten, nicht warten müssen und als gefährdete Person bereits früher geimpft werden können.

Wer entscheidet?

Die Konferenz für Kinder- und Erwachsenenschutz KOKES hat Empfehlungen zur Entscheidfindung, insbesondere für urteilsunfähige Personen, veröffentlicht. Die Empfehlungen finden sich hier.
Covid-19 Impfung

Impfung für Kinder

Obwohl einige Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung zur Risikogruppe gehören, ist derzeit keine Impfung für Personen unter 16 Jahren vorgesehen. Auch nicht bei Kindern und Jugendlichen mit Trisomie 21. Es fehlt an wissenschaftlichen Daten für diese Altersgruppe. In einem Austausch mit dem BAG hat insieme dieses Thema diskutiert.

Impfung für Angehörige

Personen, die in engem Kontakt mit einer besonders gefährdeten Person leben sowie deren pflegenden Angehörigen gehören zur dritten Gruppe. Das Impfverfahren der Kantone muss die Möglichkeit beinhalten, sich als enge Kontakt- oder Betreuungsperson für eine frühzeitige Impfung registrieren zu lassen.