Sexuelle Assistenz

Was bringt eine sexuelle Assistenz einem Mann oder einer Frau mit einer geistigen Behinderung? Ziele, Möglichkeiten und Grenzen der sexuellen Assistenz.

Seit 2004 gibt es diplomierte Sexual-Assistentinnen und -Assistenten und noch immer ist das Thema ein Tabu. Ihre Aufgabe ist es, für Frauen und Männer mit einer körperlichen, psychischen oder geistigen Behinderung intime Erfahrungen erlebbar zu machen. Eine heikle und komplexe Aufgabe, insbesondere, wenn es sich um Menschen mit einer geistigen Behinderung handelt.

Das Aktionsfeld der sexuellen Assistenz ist klar umrissen: Sie soll helfen, die sinnliche „Leere“, die Menschen mit einer Behinderung oft erleben, zu lindern. Denn obwohl sie meist viel Zuwendung erhalten, erleben Menschen mit Behinderung doch selten zärtliche, sinnliche Berührungen.

Nicht alle Bedürfnisse

Selbstverständlich kann die Sexual-Assistentin, der Sexual-Assistent nicht auf alle Bedürfnisse und Wünsche eingehen, die das Gefühlsleben des behinderten Menschen betreffen. Sie sind keine Lebenspartnerinnen oder -partner, die mit dem Behinderten den Lebensalltag teilen, sondern Fachpersonen, die sexuelle Wünsche erfüllen. Eine sexuelle Assistenz verlangt deshalb eine genaue Abklärung der Bedürfnisse der behinderten Person. Dies umso mehr im Fall einer geistigen Behinderung, wo verbale Kommunikation nicht immer möglich ist und die Wünsche manchmal zuerst entschlüsselt werden müssen.

Trotz dieser Schwierigkeiten kann die sexuelle Assistenz:

  • ein gewisses Gleichgewicht herstellen, wie z.B. bei jenem jungen Mann mit geistiger Behinderung, der jeden zweiten oder dritten Monat eine Sexualbegleiterin in Anspruch nimmt. Mit dieser Frau Freude zu empfinden, habe ihm geholfen, Stress abzubauen, er sei fröhlicher und selbstbewusster geworden. Persönliche Entfaltung und Stressabbau empfindet auch eine Frau, die sich von einem Sexualbegleiter das Gesäss massieren lässt. Diese Massage stellt für sie etwas Besonderes dar und verschafft ihr Momente des Wohlbefindens.
  • eine Hilfe sowohl für die Betroffenen als auch für deren Eltern sein, z.B. für Männer, die manchmal ein gewalttätiges oder selbstverletzendes Verhalten zeigen, weil sie nicht wissen, wie sie sich selbst befriedigen können. Und für Eltern, die sich verunsichert und in die Enge getrieben fühlen bei der Vorstellung, ihrem Sohn helfen zu müssen.
  • eine Alternative zur Prostitution sein. Manche Männer mit einer eher leichten Behinderung nehmen manchmal die Dienste einer Prostituierten in Anspruch. Da die Sexual-Assistentin oder der –Assistent besser auf die individuellen Bedürfnisse der behinderten Person eingehen kann, stellt die Sexualassistenz eine gute und sichere Alternative zur Prostitution dar.

Die Sexual-Assistentinnen und -Assistenten wurden nach strengen Kriterien ausgewählt und ausgebildet. Ihre Aufgabe: Menschen mit einer Behinderung sinnliche, erotische und manchmal auch sexuelle Erlebnisse zu verschaffen.

Leistungen: Von Berührungen, Massage, Federspiele über Striptease, Onanierhilfe bis hin zu Geschlechtsverkehr.

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